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AWS-Alternativen aus Deutschland und Europa: der ehrliche Überblick

Wer 2026 nach „AWS Alternative Deutschland" sucht, findet vor allem zwei Sorten Artikel: Affiliate-Listen, die jeden Anbieter großartig finden, und Anbieter-Blogs, die zufällig den eigenen Dienst empfehlen. Hier ist der dritte Versuch: eine Einschätzung von Leuten, die beruflich Workloads zwischen genau diesen Anbietern verschieben — inklusive der unbequemen Stellen.

Warum überhaupt wechseln?

Drei Motive treiben aktuell fast alle Wechsel, die wir sehen:

  • Rechtliche Souveränität: US-Anbieter unterliegen dem US CLOUD Act — auch für Daten auf europäischen Servern. Was das konkret bedeutet, haben wir hier ausführlich erklärt.
  • Kosten: Europäische IaaS-Anbieter liefern Compute-Leistung oft für einen Bruchteil des Hyperscaler-Preises — und berechnen Traffic fair statt als Gewinnquelle.
  • Abhängigkeit: Nach dem Microsoft/ICC-Vorfall 2025 ist die Frage „Was, wenn uns jemand den Stecker zieht?" von der Verschwörungstheorie zur Vorstandsfrage geworden.

Das Feld: Wer ist überhaupt eine echte Alternative?

Die kurze Antwort: Für klassische Infrastruktur (VMs, Kubernetes, Datenbanken, Object Storage, Load Balancer) sind mehrere europäische Anbieter vollwertig produktionstauglich. Für hochspezialisierte Managed Services (proprietäre Serverless-Plattformen, exotische Datenbank-Dienste, tief integrierte ML-Pipelines) gibt es teils Äquivalente, teils ehrliche Lücken.

Die sechs Anbieter, die in unseren Projekten am häufigsten die Antwort sind:

  • Hetzner (DE) — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Europa, vermutlich weltweit. Wenig Managed Services: Wer Hetzner wählt, betreibt mehr selbst — oder lässt betreiben.
  • IONOS (DE) — der Mittelstands-Klassiker mit BSI C5, deutschem Support und Enterprise-Vertragswerk. Kostet mehr als Hetzner, kauft dafür kürzere Compliance-Diskussionen.
  • STACKIT (DE) — die Cloud der Schwarz Gruppe. Interessant für regulierte Branchen und alle, denen „souverän" wichtiger ist als „billig". Portfolio jünger als bei der Konkurrenz.
  • OVHcloud (FR) — das breiteste Serviceportfolio unter EU-Flagge, funktional am nächsten an den Hyperscalern. Gut für internationale Setups.
  • Scaleway (FR) — die modernste Developer Experience, Serverless und GPUs inklusive. Erste Wahl für Teams, die AWS-artige Managed Services erwarten.
  • Exoscale (CH) — aufgeräumt, stabil, Schweizer Datenschutz-Tradition, Rechenzentren auch in DE/AT. Beliebt bei SaaS-Betreibern im DACH-Raum.

Die ausführlichen Profile mit Zertifizierungen und typischen Einsatzszenarien pflegen wir auf unserer Alternativen-Seite — inklusive der großen Service-Übersetzungstabelle von EC2 bis Cognito.

Die unbequemen Wahrheiten

1. Es gibt kein europäisches AWS. Wer die vollständige Service-Palette eines Hyperscalers 1:1 erwartet, wird sie nicht finden. Die richtige Frage ist nicht „Wer kann alles, was AWS kann?", sondern „Wer kann das, was wir tatsächlich nutzen?" — und das ist bei den meisten Unternehmen eine überraschend kurze Liste.

2. Weniger Managed Services heißt: jemand muss es machen. Der Preisvorteil von Hetzner & Co. hat eine Kehrseite: Patroni-Cluster, Monitoring und Backups betreibt der Anbieter nicht für Sie. Das ist kein Problem — aber es ist ein Plan, den man haben muss (eigenes Team, Dienstleister oder Managed-Betrieb).

3. Auch EU-Anbieter erhöhen Preise. Hetzner hat 2026 zweimal die Preise angepasst, bei einzelnen Linien deutlich. Der Abstand zu den Hyperscalern bleibt groß — aber wer seinen Business Case auf den billigsten Einzelpreis baut, baut wackelig. Multi-Provider-Fähigkeit ist die bessere Versicherung als Anbieter-Treue.

4. Serverless ist der Endgegner. Ein Setup aus fünfzig Lambda-Funktionen, Step Functions und EventBridge wandert nicht „mal eben" nach Europa. Es geht — als Umbau auf Container und offene Standards — aber es ist der teuerste Teil jeder Migration. Wer noch auf AWS ist und irgendwann wechseln will: Jede neue Lambda-Funktion ist ein Kredit auf die Zukunft.

Entscheidungshilfe in drei Fragen

  • „Was ist unser Engpass — Geld, Compliance oder Team-Zeit?" Geld → Hetzner. Compliance → IONOS/STACKIT. Team-Zeit → Scaleway/OVH (mehr Managed) oder ein Dienstleister.
  • „Wie viel proprietäre Services nutzen wir wirklich?" Unter 20 % der Rechnung: Migration ist Routine. Darüber: erst Assessment, dann Entscheidung — eventuell in Etappen.
  • „Wer betreibt es danach?" Die ehrlichste Frage von allen. Ohne Antwort darauf wird aus der Ersparnis ein Betriebsrisiko.
Transparenz: HyggeCloud ist anbieterneutral — wir sind kein Reseller und erhalten keine Provisionen von den genannten Anbietern. Wir verdienen an Beratung, Migration und Betrieb. Genau deshalb können wir es uns leisten, ehrlich zu sein.
Was ist die günstigste AWS-Alternative aus Deutschland?

Für reine Compute-Leistung: Hetzner, mit deutlichem Abstand. Rechnet man Betriebsaufwand ehrlich mit (weniger Managed Services), verschiebt sich das Bild je nach Team — genau diese Gesamtrechnung sollte man vor der Entscheidung aufmachen, z. B. mit unserem Kostenrechner als Startpunkt.

Ist eine europäische Cloud automatisch DSGVO-konform?

Nein — aber sie beseitigt das strukturelle CLOUD-Act-Problem und macht Ihre DSGVO-Bewertung erheblich einfacher. Die Konformität Ihrer Anwendungen und Prozesse bleibt Ihre Aufgabe. Details auf unserer Datenschutz-Seite.

Wie lange dauert der Wechsel von AWS zu einem EU-Anbieter?

Typische Startup-/KMU-Setups: 4–12 Wochen inklusive Parallelbetrieb und Cutover. Den realistischen Ablauf beschreibt unser Migrations-Leitfaden Schritt für Schritt.

Welcher Anbieter passt zu Ihrem Setup?

Der Hygge Check beantwortet das Service für Service — mit Business Case, Provider-Empfehlung und Migrationsplan zum Festpreis.

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